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Tagebuch zur Gedenkstättenfahrt nach Berlin

16.07.2026

Liebes Tagebuch,

Berlin 2026 – eine Millionenstadt voller Geschichte und unterschiedlicher Epochen. Jedes Jahr fährt die Q1 gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung auf eine Gedenkstättenfahrt nach Berlin. In dieser Woche hatten wir die Möglichkeit, uns intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinanderzusetzen. Es war eine Reise, die uns nicht nur viel Wissen vermittelt hat, sondern auch zum Nachdenken gebracht hat.

Montag:
Nach der Anreise mit dem Bus kamen wir gut gelaunt in Berlin an. Den Abend konnten wir in unserer Freizeit verbringen und die ersten Eindrücke der Hauptstadt sammeln.

Dienstag:
Der Tag begann mit einer Führung durch ein ehemaliges Zwangsarbeitslager. Dort erhielten wir einen bewegenden Einblick in den Alltag der Menschen, die unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten mussten. Besonders eindrucksvoll war zu sehen, wie viele Menschen auf engstem Raum untergebracht waren.
Anschließend nahmen wir an einer Denkmal- und Mahnmalführung durch Berlin teil. Dabei besuchten wir verschiedene Orte des Erinnerns, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Besonders berührt hat mich das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen. Den Abschluss bildete das Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas. Jeder dieser Orte machte deutlich, wie wichtig es ist, die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.

Mittwoch:
Für viele von uns war dies der eindrucksvollste Tag der Woche. Im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen erhielten wir zunächst eine Führung über das Gelände. Danach nahmen wir in kleinen Gruppen am Workshop „Fotos als Beweise“ teil. Gemeinsam analysierten wir historische Fotografien und Dokumente und erfuhren, wie Bilder damals gezielt zur Propaganda eingesetzt und sogar bearbeitet wurden – eine Art „Photoshop“ gab es also schon damals.
Zum Abschluss besichtigten wir eine der Baracken, in denen die Häftlinge schlafen mussten, sowie die Gaskammer und die Verbrennungsöfen. An diesem Ort zu stehen, an dem vor rund 80 Jahren so viele Menschen unvorstellbares Leid erfahren mussten, war ein bedrückendes Gefühl. Die Geschichte wurde plötzlich greifbar und hat uns alle sehr bewegt.

Donnerstag:
Am Donnerstag besuchten wir den Berlin Story Bunker und wurden mithilfe eines zweistündigen Audioguides durch die Ausstellung geführt. Die vielen Bilder, Originaldokumente und persönlichen Geschichten machten die Ereignisse der NS-Zeit noch realistischer und nachvollziehbarer. Die eindrucksvolle Erzählweise sorgte dafür, dass viele von uns emotional sehr berührt waren. Besonders spannend war die Nachbildung von Hitlers Wohnbereich im Bunker sowie die Möglichkeit, originale Bunkermauern zu sehen. Zum Ende der Ausstellung wurden wir durch die Zeit nach dem Nationalsozialismus geführt – von der DDR über den Mauerfall bis hin zu gesellschaftlichen Veränderungen wie den Frauenrechten und der Anerkennung homosexueller Menschen. Dadurch wurde deutlich, wie sehr sich Deutschland seitdem verändert hat.

Freitag:
Am Freitagmorgen traten wir schließlich die Heimreise mit dem Bus an. Im Gepäck hatten wir nicht nur viele neue Informationen, sondern auch zahlreiche Eindrücke und Gedanken, die uns sicherlich noch lange begleiten werden.

Unser Fazit:
Ich kann jedem empfehlen, an einer solchen Gedenkstättenfahrt teilzunehmen. Das abwechslungsreiche Programm hat Geschichte lebendig gemacht und uns gezeigt, wie wichtig Erinnerung und Demokratie sind. Besonders wertvoll fand ich die tägliche Reflexionsrunde am Abend. Sie gab uns die Möglichkeit, unsere Eindrücke gemeinsam zu verarbeiten und über das Erlebte zu sprechen.
Natürlich kam auch die Freizeit nicht zu kurz. So konnten wir Berlin auf eigene Faust entdecken und die besondere Atmosphäre der Hauptstadt erleben. Wer in Berlin ist, sollte unbedingt einen klassischen Döner oder eine Currywurst probieren – beides gehört einfach dazu.
Diese Fahrt war weit mehr als eine Klassenfahrt. Sie war eine Erfahrung, die uns zum Nachdenken angeregt, unseren Blick auf die Geschichte verändert und uns als Gruppe noch enger zusammengeschweißt hat.

 

 
 
 
 
 
 
Gedenkstättenfahrt Berlin
Gedenkstättenfahrt Berlin