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Zukunftstag an der RSE: Finanzminister Dr. Marcus Optendrenk zu Gast

19.10.2026

Am Dienstag, 13. Oktober, standen an der RSE keine Vokabeln und keine Gedichtanalysen auf dem Plan. Stattdessen ging es beim Zukunftstag um Themen, die im Schulalltag oft zu kurz kommen: Steuern, Miete, Versicherungen und den Einstieg in den Beruf. Ein besonderer Gast eröffnete den Tag: Dr. Marcus Optendrenk, Finanzminister des Landes Nordrhein-Westfalen, besuchte die Schule und nahm am Programm teil.

Alltagswissen für den Start ins Erwachsenenleben

Der Zukunftstag wird von der IWJB gGmbH organisiert, einer gemeinnützigen Initiative, die von Schülerinnen, Schülern und Studierenden gegründet wurde. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass viele junge Menschen zwar viel theoretisches Wissen mitbringen, ihnen beim Übergang ins Erwachsenenleben aber grundlegende Alltagskompetenzen fehlen. Das Ziel: Alle jungen Menschen sollen unabhängig von ihrer sozialen oder familiären Herkunft das Wissen erhalten, das sie für ein selbstbestimmtes Leben brauchen. Schulleiter Christoph Riedl betonte, wie groß der Bedarf an solchen Angeboten ist. Die RSE hatte die Initiative bereits einmal zu Gast, und die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler waren damals sehr positiv. Der Tag wird über Spenden finanziert.

Der Minister im Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern

Finanzminister Dr. Optendrenk hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für den Zukunftstag in Nordrhein-Westfalen übernommen. In Willich begleitete er den Vormittag und mischte sich auch unter die Teilnehmenden. In seiner Ansprache machte er deutlich, dass Finanzbildung an den Schulen aus seiner Sicht noch immer zu wenig Raum einnimmt. Er verwies auf die Nationale Finanzbildungsstrategie, in deren Rahmen daran gearbeitet wird, das zu ändern. Aus seiner eigenen Schulzeit berichtete er, dass er sich damals eher für Sprachen und Geschichte begeisterte und sich sein Finanzwissen erst später aneignete. Den Jugendlichen gab er mit auf den Weg, mutig zu sein und Neues zu denken. Wer sein Handwerkszeug kenne, könne die Gesellschaft mitgestalten. Auf die Frage nach seinem wichtigsten Finanztipp antwortete er mit einem Appell zur Neugier: Man wisse nie, welches Wissen man später einmal braucht.

Vier Workshops, vier Themenfelder

Im Mittelpunkt des Tages standen vier interaktive Workshops von jeweils 70 Minuten Länge. Sie wurden von ehrenamtlichen Referentinnen und Referenten geleitet. Die Inhalte sind gemeinsam mit Fachleuten entwickelt worden, und die Workshops sind werbefrei.

  • Steuern: Die Teilnehmenden lernten, was Steuern und Sozialabgaben sind, wie man eine Gehaltsabrechnung liest und was es mit den Steuerklassen auf sich hat. Im Austausch stellten die Schülerinnen und Schüler schnell fest, dass sie schon heute mit Mehrwertsteuer, CO₂-Steuer oder Tabaksteuer deutlich mehr Abgaben zahlen, als ihnen bewusst war. Der Minister erklärte dazu, welche Steuern für das Land NRW besonders wichtig sind und welche an den Bund fließen.
  • Wohnen: Wie finde und finanziere ich meine erste Wohnung, und mit welchen Kosten muss ich rechnen? Referent Markus Trimpop empfahl, höchstens 30 bis 40 Prozent des Nettoeinkommens für die Miete einzuplanen und nur so zu leben, wie man es sich leisten kann. Wer flexibel bleiben möchte, sollte eher klein wohnen und sich günstig einrichten. Dazu passt eine Zahl aus dem Workshop: Ein heute 20-Jähriger zieht bis zum 80. Lebensjahr im Durchschnitt acht- bis zehnmal um.
  • Finanzen: Inflation, Rentensystem, Kredite und SCHUFA, Sparen, Aktien und Fonds sowie die Frage, welche Versicherungen zum Start ins Erwachsenenleben sinnvoll sind.
  • Berufsstart: Ausbildung, Studium, duales Studium oder Gap Year, erfolgreiche Bewerbungen, der erste Arbeitsvertrag, Rechte als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer und der Aufbau eines beruflichen Netzwerks.

Die Themen bleiben im Schulleben

Fragen rund um Geld begegnen Jugendlichen früh: beim Handyvertrag, beim Onlineeinkauf oder beim ersten Minijob. Mit dem Schulabschluss kommen weitere hinzu, etwa die Kosten der ersten eigenen Wohnung, der erste Arbeitsvertrag oder die Gehaltsabrechnung. Die RSE will diese Themen deshalb nicht auf einen Tag beschränken. Schulleiter Riedl kündigte an, sie in der Projektwoche und im regulären Unterricht weiter aufzugreifen.

Die Schulgemeinde bedankt sich bei der IWJB, den ehrenamtlichen Referentinnen und Referenten sowie bei Dr. Marcus Optendrenk für den Besuch und die Unterstützung.

 
 
Zukunftstag